Zweisprachige Autoren-Lesung mit Harald Braem

Autorenlesung

Die Guanchen, woher kamen sie, wie lebten sie, was ist dran an der Berber-Theorie? Was bedeuten die Felsbilder (Petroglyphen), die vielerorts auf den Kanarischen Inseln erhalten sind? Auf diese und andere Fragen gab Harald Braem, Kanaren-Forscher und Buch-Autor einem interessierten Publikum Antwort, das sich am 10. August 2007 in Los Llanos de Aridane auf La Palma zu einer Autorenlesung einfand.

Braem, der seit 25 Jahren regelmäßig alle Kanaren-Inseln besucht und erforscht, verbrachte seinen diesjährigen Sommer-Urlaub auf der Isla Bonita und nutzte die Gelegenheit, sich seinen Fans auf La Palma vorzustellen. Bei der Veranstaltung im Musik-Café La Luna las er Ausschnitte aus seinem historischen Roman Tanausú, König der Guanchen (Zech, Teneriffa 2003). Die spanische Übersetzung trug Mercedes Barreto Toledo vor, die als Schauspielerin in der Theater-Gruppe „Cruzado Mágico“ agiert.

Unter dem überwiegend deutschsprachigen Publikum befand sich auch die Autorin Irene Börjes, die durch ihre Reise- und Wanderführer und den Kanaren-Krimi „Tod am Teide“ zahlreichen Lesern bekannt ist. Bei dem Kollegen-Gespräch, das sich nach der Lesung entspann, verrieten Autor Braem und Verlegerin Zech ihre Pläne für das neue Braem-Projekt: Nächstes Jahr soll ein archäologischer Reiseführer für alle sieben Inseln Auf den Spuren der Ureinwohner erscheinen – mit den aktuellen Ergebnissen seiner Spurensicherung und einem Kapitel zum Thema Stufen-Pyramiden.

Harald Braem, der um die halbe Welt gereist ist, definiert sich als Experimental-Archäologe: „Ich bin kein Sesselpupser“. Reines Literaturstudium lehnt er ab, allein „die Feldforschung“ zählt. Diese Einstellung treibt ihn jedes Jahr auf die Kanaren und in die Barrancos auf der Suche nach Siedlungsspuren der Guanchen, Wohnhöhlen, Keramik-Scherben, Knochen, Schmuck etc. Braem hat im Laufe seiner Kanaren-Forschung hunderte Höhlen und Felsbilder gesichtet und dokumentiert. Man darf gespannt sein auf die neue Veröffentlichung, die als  „populärwissenschaftliches Sachbuch“ angekündigt wird.