Zech Verlag

Literatur über die Kanarischen Inseln

"Harraga" von Antonio Lozano in deutscher Übersetzung

  • Datum:01-05-2011
  • Quelle: Neu-Erscheinungen
Bester Krimi in Spanien "Premio Novelpol 2003"

Mit Antonio Lozano (Tanger, 1956) haben wir einen ausgezeichneten spanischen Krimi-Autor gewonnen. Seit April 2011 ist die neue Ausgabe des spanischen Originals "Harraga, novela negra" (erstmals Zoela, Granada 2003) sowie die deutsche Übersetzung im Buchhandel erhältlich. Harraga. Im Netz der Menschenhändler. Kriminalroman.

Zum Inhalt: Der junge Khalid aus Tanger, Marokko, gelangt über einen Freund nach Granada, Spanien. Er verdingt sich als Drogenkurier an eine „Organisation“, die nicht nur Haschisch, Alkohol, Tabak und Kokain nach Europa schmuggelt, sondern auch Menschen: Bootsflüchtlinge aus den Armenvierteln der nordafrikanischen Medinas, die in Fischerbooten heimlich an Land gebracht werden und die als billige, illegale Arbeitskraft in Almería oder Huelva im Tomaten- oder Orangenanbau nachgefragt werden. Gefangen zwischen den Erwartungen seiner Familien und seinem neuen Leben im vermeintlichen Paradies, steht Khalid bald in einer tödlichen Sackgasse...

„Harraga“ (wörtlich: die, die verbrennen) ist ein marokkanischer Ausdruck und bezeichnet die illegalen Emigranten, die ihre Ausweispapiere verschwinden lassen, um ihre Herkunft zu verschleiern. Menschen, die nachher ohne Rechte, ohne Identität, ohne Ausweg sind. Moderne Arbeitssklaven in Europa. Harraga ist kein herkömmlicher Kriminalroman, sondern eine Tragödie, ein schlichter, subjektiver Roman über das Verbrechen, ein Monolog des Delinquenten, eine Erzählung, wie er zum Mörder wurde. Politisch und parteinehmend präsentiert sich Lozanos Harraga als hochaktueller Soziokrimi – ohne Ermittler, ohne Aufklärung, ohne Happy-End. Die Milieuschilderungen und die Protagonisten wirken sehr authentisch, aber das Buch ist weder biografisch noch dokumentarisch. Der Autor beweist hohe politische Sachkenntnis und soziale Empathie, indem er uns diese Innenansicht des Verbrechens und der politischen Korruption ermöglicht.

Der Autor Antonio Lozano, geboren 1956 in Tanger (Marokko), schreibt politische Kriminalromane. Lehrer und Übersetzer für die französische Sprache, früher Kulturrat der Stadt Agüimes (Gran Canaria), Mitbegründer und ehem. Leiter des internationalen Theaterfestivals Festival del Sur – Encuentro Teatral Tres Continentes: ein Werk, für das ihm der Premio Max Iberoamericano 2011 verliehen wurde (am 9. Mai 2011 in Córdoba).

Sein Erstlingsroman Harraga wurde mit dem Premio Novelpol 2003 als bester Krimi in Spanien ausgezeichnet, 2002 erhielt er eine besondere Erwähnung im Memorial Silverio Cañada beim Krimifestival Semana Negra de Gijón sowie 2009 den französischen Prix Marseillais du Polar. Danach folgten El caso Sankara (2006), ein authentischer Roman über die Ermordung von Thomas Sankara, Präsident von Burkina Faso in den 80er Jahren, für den Lozano den Internationalen Krimipreis der Stadt Carmona erhielt. Donde mueren los ríos (2007, deutsch Wo die Flüsse sterben 2008), ebenfalls aus dem Milieu der illegalen Immigration, mit Schauplatz Las Palmas de Gran Canaria. Las cenizas de Bagdad (2008), ein auf Tatsachen beruhender Roman aus dem Irak der 80er Jahre, kanarischer Literaturpreis Benito Pérez Armas. Preludio para una muerte (2006) mit Privatdetektiv García Gago. Außerdem Übersetzungen aus dem Französischen der Autoren Yasmina Khadra, Samir Kassir, Konaté Moussa.

Das spanische Original "Harraga" ISBN 9788493815127 und die deutsche Übersetzung ISBN 9788493815110 sind im Mai 2011 im Zech Verlag auf Teneriffa erschienen und im Buchhandel erhältlich.


Antonio Lozano
Harraga, novela negra
Libro rústico, 244 páginas, 280 g, Zech 2011
ISBN 978-84-938151-2-7


Antonio Lozano
Harraga. Kriminalroman
Traducido al alemán por Dorothée Leipoldt y Verena Zech
Libro rústico, 248 págs., 260 g, Zech 2011
ISBN 978-84-938151-1-0